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Frauenoffensive ist Deutschlands erster Frauenverlag und das älteste deutsche autonome feministische Projekt. 1974 beschlossen achtzehn Frauen aus der Münchner Frauenbewegung, Texte, die sie für ihre Diskussionen wichtig fanden, allen Frauen zugänglich zu machen. Es begann als Reihe Frauenoffensive im Trikont-Verlag mit „Lohn für Hausarbeit“, dem „Frauen-Journal Nr. 1“ und der Langspielplatte „Von heute an gibt’s mein Programm“. Wer hätte damals gedacht, was daraus werden würde? Das
süße Gift des Feminismus. Ich
weiß nicht, was damals provozierender wirkte – das Wörtchen
„Frauen“ und dazu noch in der Mehrzahl, das war schon eine
Herausforderung, und dann noch die Offensive. Aber die frauenübliche
Defensive hat es nie gebracht. Dass wir so weit gekommen sind, dass
Feministin nicht mehr ein Schmähwort ist, dass Frauenkampf und
Frauenforderung Respekt bringt, die Offensive hat’s erstritten. Der
Verlag der Frauenbewegung, der am ehesten für sich in Anspruch nehmen
kann, die vielen Sprachen, die Frauen sprechen, zu dokumentieren und auf
den Büchermarkt zu bringen. Das
Ziel der Verlegerinnen, autonomes Leben für Frauen denkbar und lebbar zu
machen, spiegelt sich, egal ob Roman oder Sachbuch, in allen Veröffentlichungen
der Frauenoffensive wider. 1996 Anita Augspurg-Preis
der Stadt München Verleihung der
Auszeichnung „Bücherfrau des Jahres“ während der Frankfurter
Buchmesse 2003. Innovationskraft
und die Verpflichtung, das Private in den öffentlichen Raum zu bringen
und damit politisch zu machen, ist seit 30 Jahren die Stärke und das große
Verdienst des Verlags. Die
Laudatio... klang denn auch wie eine kleine Literaturgeschichte der
Frauenbewegung. Feministische Theorien machten den Anfang. Verena Stefans
Bestseller „Häutungen“ gab 1975 endlich den finanziellen Rückhalt.
Mehr als 350 Titel wurden seitdem publiziert, noch heute zählen
Matriarchatsforschung und feministische Philosophie zu den Themen.
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